2. Bau einer neuen Schule in Löbau

Am 27.04.1895 erfolgte die schriftliche Anfrage des Schulausschusses Löbau beim Direktorium der  landstädtischen Bank zu Bautzen betreffs eines Darlehens in Höhe von 350.000 bis 400.000 Mark zur Erbauung eines neuen Schulgebäudes.  


Am 13.12.1895 erfolgte der Beschluß des Rates zu Löbau über den Neubau einer Schule.  


In der Sitzung des Schulausschusses vom 18.02.1896 erfolgte der Beschluß zum Erwerb von Grund und Boden, zum Preis von 3,00 Mark pro m². Das Grundstück für den Schulneubau liegt an der Bautzener Straße, die 1846 so benannt wurde und an der Ecke der Seminarstraße, die diesen Namen am 24.7.1873 erhielt. Bis dahin hieß sie im Volksmund "Schalksteig oder Lammgäßchen".  


Am 14.03.1896 erfolgte die Vermessung des Geländes.  


Am 24.06. 18896 werden die Erdausschachtungsarbeiten dem Baumeister Berthold übertragen. Sie wurden am 25.06.1896 begonnen und am 15.08.1896 beendet.  


Am 02.09.1896 erfolgt die Grundsteinlegung für den Schulneubau durch Bürgermeister Mücklich, welcher zugleich der 1. Vorsitzende des Schulausschusses ist. Das neue Gebäude wird 21 Schulzimmer und 1 Kombizimmer für je 60 Schüler, nebst Zeichensaal, Lehrerzimmer, Physikraum, 3 Lehrmittelräume, sowie ein Direktorat und ein Konferenzzimmer und sowie Hausmeisterwohnung erhalten.  


20.07.1897 Anfrage des Bauingenieurs Rudert an den Schulausschuß: “. . . erlaube ich mir mitzuteilen, daß Mittwoch, den  “21. diesen  Monats das Richtfest der neuen Schule stattfinden könnte. Erlaube mir daher anzufragen, ob damit eine besondere Feierlichkeit verbunden werden soll, oder ob die am Bau arbeitenden Leute wie bei früheren städtischen Gebäuden üblich, das festgesetzte Geldgeschenk erhalten sollen. Für letzteren Fall teile ich noch mit, daß

         3 Poliere   

(je 5,-M )

       45 Gesellen  

(je 3,-M )

       20 Arbeiter  

(je 2,-M ) 

  nur   5 Lehrlinge 

(je 2,-M )

beim Bau beschäftigt sind. 

Ergebenst Rudert” Akt. Schulausschuß


Lokales:”... wird auf der “Neuen Bürgerschule” das Hebefest gefeiert und werden sich zu dieser Feier Vertreter der Stadt, des Schulausschusses und der Bürgerschaft, sowie die Baugewerke versammeln, um in feierlichen Zuge nach der Schule zu ziehen, wo der Weiheakt stattfinde. Nach diesem findet ein gemeinsames Festmahl im “Hotel zum Lamm” statt. Sächs. Postillion vom 23.07.1897


Die Maurerarbeiten für das Hauptgebäude nahmen etwa 14 Monate in Anspruch. Der Termin für die Beendigung der Innenarbeiten war ursprünglich für Ostern 1898 festgesetzt, wurde jedoch offensichtlich überschritten,  denn der Bezug der Schule erfolgte erst am l6.August 1898.(Damals waren Schuleinführung bzw. Schulabgänge jeweils zu Ostern.) 


Bekanntmachung: Die Stelle eines Hausmanns und Diener für die hiesige Bürgerschule soll am 1.April oder 1. Juli 1889 besetzt werden. Mit dieser Stelle ist mit freier Wohnung, Heizung  und Beleuchtung ein Gehalt 750 Mark verbunden. Sächs. Postillion v.2.02.1898


Am 29.06.1898 erfolgte nachfolgender Beschluß des Schulausschusses:

“ . . .  soll am 16. August d. Jahres die Einweihung derselben erfolgen und zwar in der Weise, daß am Vormittag der offizielle Weiheakt und Nachmittags ein Schulfest stattfindet. Offizielle Einladungen sollen erhalten:

·        Die evang.-luth. Geistlichen

·        Der katholische Geistliche

·        Der Stadtgemeinderat

·        Der Schulausschuß

·        Der Kirchenvorstand

·        Die Vorstände des Amtgerichts und der königlichen Amtshauptmannschaft

·        Der königliche Herr Bezirksschulinspektor

·        Der königliche Herr Bezirksarzt

·        Der königliche Herr Brandvers. Inspektor

·        Das Lehrerkollegium der Realschule

·        Das Lehrerkollegium des königlichen Seminars

·        Die Herren Baumeister John, Berthold und Schrader, Hermann

·        Die beiden Herren Bauinspektoren


12.07.1898 Schreiben von Schuldirektor Pladeck an den Schulausschuß  ...Der Platz vor der Turnhalle ist zu klein zum Turnplatz; er eignet sich zum Spielplatze für einige Klassen während der Pause. Der Turnplatz muß seitwärts der Turnhalle hinter die ersten Scheunen gelegt werden. Die Turnlehrer schlagen vor, einen Platz von 40 m Breite und 60 m Länge anzulegen und in der angegebenen Weise ausrüsten zu wollen. 


14.08.1898 Anzeigenteil: Sonntag, den 14. August 1898, nachmittags 5 Uhr im Saale des “Schützenhauses” Kinderkonzert unter Leitung des Herrn Cantor Clemens, von Kindern der 1.Bürgerschule im Rahmen der Schuleinweihung am 16. August. Eintritt 30 Pf. (Ohne der Mildthätigkeit Schranken zu setzen) Der Reinertrag ist für wohltätige Zwecke bestimmt. 

Pladeck, Schuldirektor


16. 08 1898 Festordnung für die Einweihung des neuen Bürgerschulgebäudes zu Löbau am 16. August 1898 Vormittag 1/2 9 Uhr Versammlung der Kinder der 2ten Bürgerschule im alten Schulhause

Nachmittags: Schulfest

Der Abmarsch zu demselbigen erfolgt Punkt 1 Uhr vom alten Schulgebäude weg. Der Festzug wird sich durch die Schulgasse, Nicolaistraße, Bahnhofstraße bis zum Königsplatz, Lindenstraße, Poststraße, Moltkestraße, Seminarstraße, Äußere und Innere Bautzener Straße, über den Markt und durch die Innere und Äußere Zittauer Straße nach dem Schützenhaus bewegen.

16. 08. 1898 Lokales, am Vormittag wird das neue Schulgebäude an der Bautzner Straße eingeweiht und nachmittags wird das von Jung und Alt schon lang ersehnte Schulfest abgehalten


18.09.1898 der Sächsische Postillion berichtet:

Löbau: “Schlacht an der Hohle” 

An mehreren der letzten Abende fanden, wie uns von Augenzeugen versichert wird, Kämpfe zwischen Realschülern und Schülern beider Bürgerschulen statt. Aus kleinen persönlichen Einzelkämpfen, die überall vorkommen, entwickelten sich förmliche Schlachten. Freitag Abend sollen etwa 60 Realschüler, worunter sich auch mehrere der ersten Klassen befunden haben, einigen 40 Bürgerschülern gegenübergestanden haben. Natürlich werden Sonnabend Abend die Bürgerschüler in möglichst starken Massen nach dem Kampfplatz eilen, um in einer neuen “Schlacht bei der Hohle” die Scharte vom Freitag auszuwetzen. Und diese Steigerung von Tag zu Tag wird auch in anderer Weise – in der Auswahl der Waffen – fortgesetzt werden, bis ernstliche Verletzungen das Einschreiten der Behörden erforderlich macht. Schon am Freitag fanden Knüppel, Spazierstöcke, eine Peitsche als Waffen Verwendung, Steine und Erdschollen ersetzten die Stelle der Granaten auf dem Kampfplatze. Wir richten im Interesse der beteiligten Knaben an die Eltern die Bitte, diesen Unfug rechtzeitig zu verhindern.


1902  weist das Adressbuch der Stadt Löbau für die 2. Bürgerschule folgende Lehrkräfte aus:

Pladeck W. Direktor für die I. und II. Bürgerschule unmittelbar tätig in der 2. Bürgerschule, 

 

 Sprandel, P   Oberlehrer und stellvertretener Direktor
 Dünnebier,E  Oberlehrer
 Thomas, Paul
 Lehrer und Organist
 Kretschmar, C. A.  Lehrer
 Herrmann, M
 Lehrer
 Vater, A
 Lehrer
 Plesky, R
 Lehrer
 Teich, H
Lehrer
 Hellwig, M. B.
 Lehrer
 Gürtler, J.R.
 Lehrer
 Topfer, G.A.
 Hilfslehrer
 Hirche, J.A.  Hilfslehrer
 Wenzel, P.
 Vikar
 Hieke, E.
 Lehrerin für weibliche Handarbeiten
 Bilz, M.
 Schulhausmann

          


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